Interview mit

Prof. Dr. med. Arenberger

 

UV Schutz der Spaß macht

Hight-Tech Stoffe

für gesunde Kinderhaut

 

 

 

 

ME NO FRY –

Sinnvoll auch in Deutschland!

 

„Me no fry – Ich brate nicht“: Die Australier sind erfinderisch, wenn es um öffentlichkeitswirksame Sonnenschutz-Slogans geht. Auch „Slip. Slap. Slop.“ hat sich bis nach Europa herumgesprochen. „Schlüpf in ein Hemd, klecks dir Sonnencreme auf und trag einen Hut.“ lautet die Übersetzung der Kampagne, die „Down Under“ landauf landab auf Plakaten zu sehen ist. Initiiert wurde sie von der australischen Regierung, die damit an die eigenverantwortliche Hautkrebsprävention ihrer Bürgerinnen und Bürger appelliert. Höchste Zeit: Denn längst ist Hautkrebs zur Volkskrankheit Nummer 1 in Australien geworden. Über 80 Prozent aller diagnostizierten Krebsfälle fallen hierunter.

 

Auch hierzulande warnen Krebsorganisationen, Haut- und Kinderärzte immer eindringlicher vor den Folgen zu hoher Sonneneinstrahlung.

Wie die Deutsche Krebshilfe soeben mitteilte, hat sich die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt.

Ein Großteil der 240.000 Betroffenen pro Jahr ist zwischen 40 und 50 Jahre alt. Früher lag das Durchschnittsalter rund 20 Jahre darüber.

 

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, da ihre dünnere Haut noch keinen hinreichenden Eigenschutz ausgebildet hat.

Schon ein Sonnenbrand in jungen Jahren reicht aus, um ein statistisch höheres Hautkrebsrisiko zu haben. Hinzu kommt, dass immer mehr

Zeit im Freien verbracht wird und die Haut so länger der Strahlung ausgesetzt ist. Geschieht dies ohne langsame Gewöhnung an die Sonne,

zum Beispiel bei einem Urlaub im Süden, steigt das Risiko um ein Vielfaches. Experten bezeichnen dies als Sonnenexpositionsschübe, die unbedingt zu vermeiden sind. Weitere Folgen von zuviel Sonne sind vorzeitige Hautalterung, ein geschwächtes Immunsystem und Augenerkrankungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fragen an

Prof. Dr. med. Petr Arenberger,

Direktor der Dermatologischen

Klinik der Karls-Universität in Prag

 

Was genau müssen wir uns unter der Krankheit Hautkrebs vorstellen und wie entsteht er?

Die  drei häufigsten Hautkrebs-Errankungen sind das Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und malignes Melanom.

Während das Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom vorwiegend lokal wachsen und nur manchmal sehr destruktiv sein

können, ist das maligne Melanom lebensbedrohlich, da es Metastasen hervorrufen kann.

 

Wie viel Prozent aller diagnostizierten Hautkrebsfälle können denn geheilt werden, wenn sie behandelt werden?

Ganz genau kann man diese Frage nicht beantworten. Die Zahl ist davon abhängig, ob der Patient rechtzeitig zum Arzt kommt.

 

Wie viele neue Melanom-Fälle (bösartiger schwarzer Hautkrebs) gibt es pro Jahr?

Es gibt 12 bis 14 neue Melanom-Fälle auf 100.000 Einwohner pro Jahr. Das ist eine steigende Tendenz, die in den letzten

30 Jahren sogar um das fünffache gestiegen ist. Das durchschnittliche Alter eines Melanompatienten ist 55 Jahre. Allerdings

werden die Patienten mit Melanom immer jünger. 35jährige mit malignem Melanom sind leider keine Ausnahme mehr.

(Neuerkrankungen an anderen Hautkrebsarten in Deutschland: ca. 240.000 pro Jahr, die Red.)

 

Worin liegen denn die Hauptursachen für Hautkrebs?

Es gibt mehrere Ursachen, die eine Hautkrebsentwicklung beeinflussen können. Unter anderen sind das genetische Bedingungen,

Hauttyp und Umweltfaktoren, vor allem das UV-Licht. Dieser Auslöser spielt eine zunehmende Rolle. Die UV-Strahlung wird immer

aggressiver für die Menschen, weil der Hauptfilter, die Ozonschicht, dünner geworden ist. Wir selbst können die Wirkung dieses

Auslösers durch unser Verhalten in der Sonne stark beeinflussen. Allerdings gibt es leider noch viele Leute, die über

„Foto-Protektion", also Schutz vor zuviel Sonne nichts wissen wollen.

 

Können schon Kinder Hautkrebs bekommen?

Ja, es ist im Prinzip möglich. Üblicherweise handelt es sich um genetisch bedingte Veränderungen. Im Extremfall

kann der Grund auch die übermäßige Exposition zum UV-Licht sein, die zu wiederholten Sonnenbränden führt.

 

Was ist der beste Schutz, für Babys und Kinder, um jetzt und später nicht an Hautkrebs zu erkranken?

Bis zum ersten Lebensjahr sollen Kinder auf das Sonnenbaden ganz verzichten. Später ist für sie dringend zu empfehlen,

zwischen 12 und 15 Uhr im Schatten bleiben, sich vor der Sonne mit Kleidung die einen guten UPF (Sonnenschutzfaktor gegen

UVA- und UVB-Strahlung) hat zu schützen und an den Hautarealen, die nicht mit Textilien bedeckt sind, ein Sonnenmittel

mit hohem Schutzfaktor benutzen.

 

Wie schützen sich Jugendliche und Erwachsene am besten?

Der beste Schutz ist eine entsprechende schützende Kleidung. Diese Kleidung sollte folgende Eigenschaften haben:

hoher Sonnenschutzfaktor gegen UVA- und UVB-Strahlung, atmungsaktiv, schnell trocknend und angenehm zu tragen.

Wichtig: Das Material sollte keine Allergien auslösen und die Kleider müssen auch in extremen Situationen,

wie z.B. Nässe, Wasser, Dehnung usw. noch einen hohen UPF haben. Nicht zuletzt muss die Kleidung auch attraktiv

sein, damit sich Kinder und Erwachsene darin wohl fühlen und die Bekleidung nicht nur als Schutzmaßnahme betrachten,

sondern auch als wertvolles Modestück akzeptieren.

 

Wie viel Sonne ist denn eigentlich noch gesund?

Wann ist die Sonne eigentlich gesund? Wozu brauchen wir Sonne? Die Sonne ist wichtig für die Produktion der aktiven

Form von Vitamin D. Die Menge reicht aber vollständig, wenn das Gesicht und die Hände für 5 bis 10 Minuten pro Tag der

Sonne ausgesetzt sind. Freilich ist die Sonne auch sehr wichtig für unsere Psyche. Doch dazu reicht es aus, die Kontakte

mit Sonnenschein mit Sonnenschutz durchzuführen.

 

Reicht es, sich per Sonnenschutz-Creme und Sonnenschutzbekleidung zu schützen?

An der Entstehung von Hautkrebs sind nicht nur UV-Strahlen beteiligt. Eine wichtige Rolle spielt auch unser Immunsystem.

Daher sollten wir die Stärkung des Immunsystems durch Sportaktivitäten und gesunde Ernährung nicht vergessen.

 

Warum muss eigentlich Sonnencreme eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen sein?

Die aktive Substanz muss in die Haut tief eindringen und dies braucht eine gewisse Zeit.

 

Ist Sonnencreme unbedenklich für Kinder?

Kindern stehen spezielle Sonneschutzcremes zur Verfügung. Sie sollten folgende Parameter einhalten: Hoher SPF (sun protection factor), Hypoallergenität und ein niedriges komedogenes, das heißt Mitesser- bis Pickel-auslösendes Potenzial.

 

Seit einiger Zeit ist die wachsende Hautkrebs-Gefahr durch viele Medien-Veröffentlichungen bekannt.

Spüren Sie bereits ein Umdenken?

Ja, konkrete Zahlen sind nicht vorhanden, aber ich selbst spüre bei den Patienten in der Ambulanz von Jahr zu Jahr

eine erhöhte Tendenz zum aktiven Aussuchen der besten individuellen Schutzmaßnahmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht jede Kleidung schützt vor der Sonne

Grundsätzlich hat jede Textilie einen gewissen UV-Schutz. Es gilt: Je dichter das Gewebe und je dunkler der Stoff, desto höher der Schutz.

Damit die Kleidung aber auch bei heißen Temperaturen und am Strand getragen wird, wo die UV-Strahlung durch die Reflektion des Wassers

noch intensiver ist, braucht es ein sommerliches Design mit leichten Stoffen und hellen Farben. Außerdem sollte möglichst viel Haut bedeckt

sein. Dies stellt die Entwickler von Sonnenschutzkleidung vor eine Herausforderung. Denn zum einen laden helle Stoffe und eine lockere,

luftdurchlässige Webart die Sonne geradezu auf die Haut ein, zum anderen lautet die Devise gerade im Sommer, sich so spärlich wie nur

möglich zu bekleiden. Hinzu kommt, dass bei verlässlicher Sonnenschutzkleidung Nässe, Dehnung, Wäsche, Reingung und Abrieb

den Schutzfaktor nicht reduzieren dürfen.

 

Sicherheit durch UV Standard 801

Die Messung nach dem UV Standard 801 hat sich bei allen Arten von Sonnenschutztextilien durchgesetzt, da sie für die Praxis die

verlässlichsten Ergebnisse liefert. Die Untersuchung erfolgt unter den ungünstigsten Tragebedingungen (worst case Szenario).

Im Gegensatz dazu erfolgt sowohl beim australisch-neuseeländischen Standard (AS/NZS 4399:1996) wie auch bei der europäischen

Norm EN 13758-1 die Messung des UPF am neuwertigen textilen Material in ungedehntem und trockenem Zustand. Da die

besondere Nutzungssituation (Dehnung, Anfeuchtung durch Schweiß usw.) von Kleidung nicht berücksichtigt wird, kann kein

verlässlicher UPF für Bekleidung ermittelt werden. Die Messungen nach diesen zwei Methoden sind allenfalls für die Ermittlung des

UPF bei außen- und innenliegenden Sonnenschutztextilien an Gebäuden sowie Sonnenschirmen und Markisen geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle der Grafiken: Hohensteiner Institute / Bilder: hyphen

Als wirksamsten Sonnenschutz empfehlen die Fachleute Schatten, insbesondere zur Mittagszeit, eine sonnengerechte Kleidung, die auch Kopf, Nacken und Füße einschließt, sowie Eincremen der unbedeckten Hautflächen. Wer sich und seine Kinder so schützt, kann die Sommerzeit gelassen auf sich zukommen lassen.

Besonderheiten

Prüfmethode

UV Standard 801

Australisch-neuseeländischer Standard AS/NZS 4399:1996

Europäischer Standard EN 13758-1

Messung am gedehnten, nassen Textil, das mechanische Abnutzung durch Tragen und Textilpflege aufweist

 

Annahme der höchsten UV-Bestrahlung und des empfindlichsten Hauttyps

 

Es wird das Sonnenspektrum in Australien bei höchster Strahlungsintensität nachgestellt

Messung am ungedehnten,

trockenen Textil in Neuzustand

 

Das australische Sonnenspektrum wird bei der Messung nachgestellt

 

                = nicht praxisnah

Messung am ungedehnten,

trockenen Textil im Neuzustand

 

Das Sonnenspektrum in Albuquerque

(New Mexiko/USA), welches dem in Südeuropa entspricht, wird bei der Messung nachgestellt

 

                = nicht praxisnah

Empfohlene Prüfmethode für

Bekleidung:

Bademode, Beach und Swimwear für Kinder,

Arbeitsbekleidung, Sportkleidung, Kopfbedeckungen, Sommerbekleidung, Uniformen

Markisen, Sonnenschirme, Rollos usw.

eingeschränkt

für Markisen, Sonnenschirme, Rollos usw.

eingeschränkt

für Markisen, Sonnenschirme, Rollos usw.

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